Lernen, helfen, optimieren

Was haben Filmproduzenten, Bananen-Bauern oder Kaffee-Hersteller miteinander gemein? Gar nichts, außer sie sind aus Afrika und werden von einem Unternehmen unterstützt, das das Ungewöhnliche schon im Namen trägt: Unconventional Capital, kurz, Uncap – so heißt das Finanztechnologie-Start-up von Franziska Reh.

Reh, 33, ist gelernte Bankerin, hat auch in der Beratung gearbeitet, und hat sich aus völlig rationalen Gründen für Afrika entschieden, wie sie sagt: “Hier gibt es den größten Hebel, das mittlere Alter liegt bei 19, und fast jeder zweite Studienabgänger hier gründet ein Unternehmen.” In Afrika gebe es gute Gründer, sagt Reh, “es lohnt sich, hier zu investieren.” Und es gibt einen riesigen Bedarf für Kapitalgeber: Als Uncap – damals noch völlig unbekannt – erstmals sein Angebot ins Netz stellte, erhielt man binnen zwei Wochen 220 Bewerbungen.

Mittlerweile sucht ein Algorithmus vielversprechende Aspiranten heraus und macht ihnen automatisiert ein Angebot – das ist das Technische an Rehs Firma, die ausschließlich lokale Gründungen unterstützt, keine von ausgewanderten Afrikanern. Man sei zwar ein kommerzielles Unternehmen und wolle Geld verdienen. Aber da in Afrika lokale Gründungen gefördert würden, entstünden dort auch Chancen und Arbeitsplätze.